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Geschichtliches zur Akupunktur
Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Akupunktur im 2.Jh. v. Chr.. Der Historiker Sima Qian spricht in seinen Aufzeichnungen von Steinnadeln. Neue Grabfunde enthalten Hinweise auf ähnliche Instrumente bereits vor ca. 5000 bis 6000 Jahren. Alternativ zu Steinnadeln wurden damals auch Bambussplitter oder Fischgräten verwendet. Das erste historisch eindeutig datierbare Werk über Akupunktur und Moxibustion ist der „Der Systematische Aku-Moxi-Klassiker“ von Huang Fumi (215 – 282). Hier wird eine klare Terminologie und Topologie von 349 Akupunkturpunkten und systematische Folgerungen auf deren Wirkung beschrieben. In Europa wird die Akupunktur erstmals im Jahr 1675 vom Holländer De Bondt erwähnt. Der Begriff Akupunktur wurde von Pekinger Jesuitenmönchen im 17.Jh. geprägt; er setzt sich aus den lateinischen Wörtern acus (Nadel) und punctura (Stich) zusammen und bedeutet das Stechen mit Nadeln zu therapeutischen Zwecken. Gegen Mitte des 19.Jh. entwickelte sich die Medizin in Europa zu einem System einer kausal-analytischen Wissenschaft, in welchem die Akupunkturtherapie keinen Platz hatte. Erst gegen Ende des 2. Jahrtausends drang die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) weiter in den Westen vor.
Akupunkturkonzept Es lassen sich zwei Teilschritte bei einer Akupunkturbehandlung hervorheben: 1. das Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte 2. das Erwärmen der Punkte (Moxibustion) Die 361 Akupunkturpunkte sind auf Meridianen angeordnet. Es gibt 12 Hauptmeridiane, die jeweils spiegelverkehrt auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, 8 Extrameridiane und eine Reihe von sogenannten Extrapunkten. Die Anhänger der TCM sehen die Wirkweise in der Beeinflussung des Flusses Qi , d.h. der nervalen Schmerzweiterleitung.
Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur Mit Hilfe der Magnetresonanztomografie konnte eine Studie nachweisen, dass die Aktivierung eines Akupunkturpunktes Regionen am Fuß des Hinterhauptes stimuliert. Ferner wurde die Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen dokumentiert. Eine besondere Rolle scheinen die Opioid-Peptide zu spielen; das sind körpereigene Rauschmittel, die in erster Linie schmerzlindernd wirken. 1997 nahm das National Institute of Health Stellung zur Akupunktur, in dem es ihr signifikante physische Wirkungen zuschrieb, die zum Teil noch genauer untersucht werden müssen.
Einsatzgebiet in der Orthopädie Die Weltgesundheitsorganisation gibt als Indikation alle muskuloskeletale Erkrankungen an, d.h. alle Erkrankungen, die den Skelettbereich also Knochenapparat und den Muskelapparat des Menschen betreffen, z.B. Schmerzen im Hals-Nacken-Kopf-Bereich, in den großen wie kleinen Gelenken, Muskelverspannungen, Schmerzen im Brust-, wie Lendenwirbelbereich etc. Hieraus lässt sich leicht ableiten, welch großen Einsatzbereich es für die Akupunktur in der Orthopädie gibt und welch wunderbare Bereicherung und Alternative sie für eine Therapie ohne jegliche Medikamentation darstellt.
Ab Januar 2007 werden auch die gesetzlichen Krankenkassen Akupunkturbehandlungen bei Lendenwirbelsäulen- und Kniebeschwerden, die länger als 6 Monate anhalten in den Katalog der Kassenleistung übernehmen. Einmal pro Jahr können demnach bis zu 15 Sitzungen erstattet werden. Andere Beschwerdebilder, insbesondere Kopf-Nacken-Beschwerden, sowie Migräne werden privat liquidiert.
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